2014-12-20

Ich bin anders und das ist gut so!

Seit Geburt meiner Tochter bin ich am überlegen, ob sie auch hochsensibel ist. Manchmal denke ich ja, dann weiß ich es nicht oder denke nein. Vielleicht kommt es daher, dass ich sie zu sehr mit meinen Merkmalen vergleiche, dabei kann sich Hochsensibilität ja unterschiedlich beim Menschen äußern je nach Charakter, Vergangenheit, Entwicklungsstand und welche Sinne besonders ausgeprägt sind. Gestern dann stieß ich auf den Artikel Autonome Kinder im Blog Frühlingskindermama und ich fand so viele Parallelen zum Wesen meiner Tochter, dass ich dachte: "Das ist sie!" So wie es mir ging, als ich vor knapp drei Jahren von Hochsensibilität erfuhr und dachte: "Das bin ich!" Dann fragte ich mich, kann es beides auf einmal geben? Also, das ein Kind autonom und hochsensibel ist? Ich weiß es nicht. Daraufhin startete ich eine Diskussion im Blogeintrag. Ich finde das Thema hochinteressant und würde gerne mehr Erfahrungsberichte von anderen Bloglesern hören. Vielleicht kann man bisher aber auch nur Vermutungen anstellen, weil es noch zu wenige Studien (wenn überhaupt) und Austausch darüber gibt.
Fest steht jedenfalls, dass egal ob autonome oder hochsensible Kinder oder auch beides, man muss sich darauf einstellen, dass sie anders sind, als der größere Prozentanteil der Kinder und dass sie einen anderen Umgang brauchen. Es ist ein Drahtseilakt zwischen genügend Freiraum lassen und Erziehung Wegleitung. Ich glaube wichtig ist, dass man sich für ihre Bedürfnisse Zeit nimmt, die Bereitschaft sie verstehen zu wollen mitbringt und ihre Andersartigkeit einfach annimmt ohne sie zu kritisieren, bewerten oder gar eindämmen zu wollen. Schlicht zu akzeptieren wie sie sind. Aber ist das nicht auch in der Erwachsenenwelt so, dass uns damit geholfen wäre, wenn wir mehr leben und leben lassen ohne uns ständig einzumischen und maßregeln oder verändern zu wollen? Es lebe das Anderssein!

Kommentare:

  1. Hallo Anne,
    ich finde deinen Text sehr schön. Auch ich bin hochsensibel und habe den Blogeintrag von Frühlingsmama gelesen. Ich bin im Buch "Nein aus Liebe" (Jesper Juul) auf die Bezeichnung autonome Kinder gestossen und bin mir nicht ganz sicher ob mein Kleiner auch autonom ist. Er wird in zwei Tagen 1 Jahr alt und er hat schon einen sehr starken eigenen Willen(bisher dachte ich weil er ein Steinbock ist). Aber mittlerweile merke ich auch, dass er nur kuscheln will wenn es von ihm kommt, ins Bett gehen ist sowieso schwierig und ich habe von Anfang an das Gefühl als wär er schon so "alt" und weise, mir total überlegen.
    Aber kann man das wirklich daran feststellen? Bzw schon so bald? Ich bin mir sehr unsicher und will ihm nichts anhängen, dass dann nicht stimmt. Denn ich liebe ihn sowieso wie er ist.

    Würde mich über Austausch freuen!

    Lg Saskia

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    1. Liebe Saskia,
      Bezeichnungen wie "autonom" oder "hochsensibel" helfen uns gewisse Eigenschaften und Zusammenhänge beim Menschen besser zu verstehen. Wir klammern uns daran, weil wir uns sonst hilflos vorkommen. Ich finde die Begriffe sollten als Hilfestellung des besseren Verständnisses für ein bestimmtes Sein gesehen werden aber man sollte einen Menschen nicht darüber definieren oder ausschließlich in diesen Bezeichnungen suchen. Jeder Mensch, jede Seele ist individuell und mir hilft es, wenn ich einfach jmd akzeptiere wie er/sie ist. Gefällt es mir nicht, frage ich mich warum. Liegt es an mir, an meiner Sichtweise der Dinge, kann ich etwas daran ändern? Wenn ich akzeptiere, wie meine Tochter ist, dann fällt es mir leichter mit ihrer Persönlichkeit umzugehen. Ich sehe dann nicht mehr nur die Probleme, die ich mit ihr habe und die mich als Opfer fühlen lassen ("ich opfere mich auf"), sondern ich sehe auch, dass ich von ihr lernen kann. Dass sie mein Lehrer ist und wie du auch schon schriebst mir in vielen Dingen voraus scheint. Es liegt an uns den richtigen Umgang damit zu finden, denn wir verfügen über den ausreichenden Verstand, der im Kind noch reifen muss. Der "reife" Gesichtsausdruck zeugt von einer alten Seele, die schon viel gesehen hat. So zumindest erkläre ich mir das und ich bin mittlerweile, trotz mancher Anstrengung und Herausforderung, dankbar für meine Aufgabe, die mir zugeteilt wurde.
      Gerne können wir uns weiter austauschen!

      Ich wünsche dir/euch einen schönen Tag und morgen ein doppelt schönes Fest mit Sylvester und Geburtstag! Unsere ist Heiligabend zu uns gekommen. Stimmt, Steinböcke haben es manchmal schon in sich! ;-) Ganz lieber Gruß an dich.

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