2022-11-30

Sei gut zu dir

Wie viel Liebe ist gut? Kann man zu viel lieben? Wohl kaum. Aber man muss einen Menschen gehen lassen können, wenn man merkt, dass nur wenig zurück kommt und derjenige nicht bereit ist für die Liebe. Ansonsten ist man nicht gut zu sich und verletzt sich nur selbst. Das, was man nie erzwingen kann, ist der freie Wille.

Liebe heißt auch, sich zurück nehmen können. Aus dem Fokus der Beziehung zu treten und seinen eigenen Weg zu gehen. Wenn wir den Fokus auf uns selber legen, anstatt auf den anderen, merken wir besser, was uns persönlich gut tut. Wie geht es mir denn gerade mit der anderen Person? Mal hinspüren wie sich das anfühlt.

Man sollte meinen, gut zu sich zu sein ist das natürlichste der Welt! Nein, leider nicht. Oft sind wir sogar viel mehr darauf bedacht, dass es anderen gut geht und vernachlässigen uns selbst dabei total. Das ist v.a. ein Phänomen der weiblichen Spezie. Haben wir doch über Generationen hinweg von Kindesbeinen an gelernt, zu dienen. Wir kümmern uns während wir selbst oft verkümmern. Muss das so sein? Ich sage nein!

Sei gut zu dir. Wie mach ich das? Ich gehe in mich. Horche in mich hinein. Wie geht es mir gerade? Was brauche ich? Was kann ich tun, damit es mir gut geht? Alles führt immer wieder zurück zu dem einen Thema. Selbstliebe. Der erste Schritt zu mehr kollektivem Bewusstsein und letztendlich dem, wonach wir alle streben. In Frieden mit allen Wesen um uns herum zu leben. Aber dafür müssen wir erst in Frieden mit uns sein.


2022-11-24

Gefühlskarussell

Gefühlskarussell entsteht, wenn man sein Herz öffnet und eine tiefe Verbindung zu einem anderen Menschen eingeht.

Ich erinnere mich noch daran, als du damals mit Tränen in den Augen sagtest: "Richtige Freunde zu finden, ist schwer." Und mir von deiner Freundin erzähltest, die du vor vielen Jahren verloren hattest. Diese Aussage berührte mich, da ich merkte, dass du auch eine Suchende warst. Wie ich, suchtest du nach einer tiefen Verbindung, einer Busenfreundin oder um es mit meinen Worten auszudrücken, einer Seelenfreundin. Danach begann unsere Geschichte und wir näherten uns einander. Erlebten viele schöne Momente zusammen.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo du mich ausknipst. Einfach so. Mich im Dunkeln stehen lässt. Das tut weh ja. Das hat auch nichts damit zu tun, dass es nicht sein sollte. Sondern damit, dass der eine eine Entscheidung trifft und gewisse Schwingungen ins Universum sendet. Kennst du den Spruch: wie du in den Wald hinein rufst, so schallt es heraus. Mit anderen Worten. Das, was du aussendest, kommt zu dir zurück. Du hast unsere Freundschaft innerlich, so wie sie vorher bestand, beendet und deshalb konnte kein Ausflug danach so sein wie vorher. Es harmonierte nicht mehr, weil die Harmonie von deiner Seite her, vorher beendet wurde. Es ist schon schwer begreiflich, warum Menschen manchmal gewisse Entscheidungen treffen. Sicher ist, dass wir alle schwere innerliche Verletzungen (Traumata) in uns tragen. Diese lassen uns irrational und oft unfair handeln. Da wird jemand zum Täter, der vorher selbst einmal Opfer war. Letztendlich spielt so wohl das Leben. Wir lernen unsere Lektionen, meistern ständig neue Herausforderungen, werden auf die Probe gestellt. Was mich nicht umbringt, macht mich stark. Vielleicht. Oder aber. Begegne dem Kältesturm mit Warmherzigkeit und umarme den Schmerz bis du ihn als Teil von dir, als Teil von mir, akzeptierst. So entsteht Heilung. Das ist Liebe. Das ist Freundschaft. Ich bin für dich da.

2022-11-22

Herzverbindungen

Knapp acht Jahre ist es her, dass ich den Artikel "Seelenfreund" schrieb. Viel ist seitdem passiert. Ich verbringe heute viel mehr Zeit mit anderen Menschen und habe ein paar Freunde mit denen ich mich regelmäßig treffe. 

Damals beschrieb ich die Sehnsucht nach einem Seelenverwandten. Jemanden, der meine Seele berührt, mit mir durch Dick und Dünn geht, bei dem ich so sein kann wie ich bin, der die gleiche Tiefe in Gesprächen und Gefühlen empfindet und mit mir teilt. Jemanden zu dem ich immer gehen kann, der ein offenes Ohr für mich hat, jemanden mit dem ich Lachen und Weinen kann, jemanden an den ich mich anlehnen kann.

So jemanden habe ich kennen gelernt. Die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an. So wie: Liebe auf den ersten Blick. Vielleicht klingt das übertrieben aber eigentlich stimmt es schon. Es kommt tief aus dem Herzen, als ob man sich schon lange kennt, man sich dem anderen gleich anvertrauen kann. Man empfindet ein tiefes Verständnis füreinander. Da ist so etwas wie eine wortlose Verbundenheit.

So eine Verbindung ist wunderschön. Es ist, als ob sich alle Sehnsüchte in Wohlgefallen auflösen. Die Seele findet Frieden. Wird diese Verbindung allerdings getrennt, ist der Schmerz kaum zu ertragen. Es ist als ob jemand einem einen Dolch ins Herz rammt. Wenn die Seele blutet muss man aufpassen nicht zu ertrinken, denn es verschlägt einem buchstäblich dem Atem. Man ist ihm komplett ausgeliefert und es gibt nichts, was das Leid stillen kann. Keine aufmunternden Worte anderer lieben Menschen, keine Ablenkung im Alltag, kein nichts. Man hat nur einen Wunsch, nämlich, dass der eine geliebte Mensch wieder zurückkommt.

2022-11-16

Eine wichtige Lektion

Meine Freundin und ich hatten einen Plan. Wir wollten noch mehr Zeit im Leben gemeinsam verbringen. Wir wollten alles teilen. Wir merkten nicht, dass wir uns selbst dabei verloren, bevor wir auch noch den anderen geliebten Menschen verloren. Letztendlich war nichts gewonnen oder doch?

Der Tag bevor ich dich verlor war perfekt. Wolkenloser blauer Himmel, wir schwebten buchstäblich auf Wolke sieben und waren überglücklich. Ein Highlight jagte das nächste. Ich freute mich so alles mit dir teilen zu können, dass wir uns alles erzählen konnten, so wertvolle Zeit miteinander verbrachten. Das bedeutete mir unendlich viel. Du warst nicht mehr aus meiner Welt wegzudenken. Ich hatte dich tief in mein Herz geschlossen und ich spürte, wie diese Liebe, das, was wir gemeinsam hatten, täglich wuchs. Hatte ich mich in etwas verrannt? Oder du? Wir beide?

Ich nahm an, dass du genauso empfandest. Du äußertest es auf jeden Fall. Ließt mich in der Annahme, dass unsere Freundschaft intakt war. 

Es ist schon verrückt, wie viel Zerstörungspotential eine Aussage haben kann.  Da kann eine Äußerung den anderen so sehr verletzen, dass er rot sieht. Mit einem Mal werden sämtliche offene Kanäle geschlossen und wenn man es nicht schafft, rechtzeitig herauszuschwimmen, dann ist man gefangen. Gefangen in einer toten Gefühlswelt. Die Dunkelheit bricht über einen herein und man tappt im Dunkeln. Man versteht die Welt nicht mehr. Woher kam dieser plötzliche Wetterumschwung?

Wenn die Kommunikation aussetzt, herrscht Stillstand.

Ich rudere ins Leere und du bist gelähmt, im Gefühl der Ohnmacht. Ich finde mich inmitten eines Sees, alleine in einem Ruderboot, vom Nebel eingeschlossen, suche ich dich. Auf einmal sehe ich eine Gestalt, ich erkenne die Umrisse, du bist es aber irgendetwas stimmt nicht. Anstatt auf mich zuzukommen, entfernst du dich immer weiter von mir. Auf meine Rufe reagierst du nicht. Du verschwindest wieder im dichten Nebel und ich merke wie  Ratlosigkeit zur Verzweiflung heranwächst. Erneut unternehme ich einen Versuch dich aufzuspüren, doch mit jedem Mal wächst nur der Widerstand. Du bist für mich unerreichbar.

Eines Tages kommt dann doch die Wahrheit ans Licht. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Nur schlimmer. Hättest du mich geschlagen, egal ob mit Worten oder Taten, dann hätte ich deine Wut wenigstens gespürt. Ich hätte reagieren können. Egal ob mit Verständnis oder einem Gegenangriff. Unterdrückte Wut schafft eine innere Zerstörung, die mindestens genauso viel Schaden anrichtet. Aber Wut, die nach Außen getragen wird, ist sichtbar, man kann sie Austragen und anschließend gibt es die Chance auf eine Versöhnung und Frieden.

Ich fühle mich immer noch bzw. wieder mit dir verbunden. Es war eine wichtige Lektion für mich. Deine Reaktion hat deine Verletzlichkeit gezeigt. Die Liebe ist stärker als jede Wut oder Enttäuschung. Die Wahrheit schenkt mir inneren Frieden und auch wenn ich anfänglich von einem Vertrauensbruch ausging, so habe ich begriffen, dass das meine Wahrheit ist. Deine Wahrheit sieht anders aus. Du wusstest nicht mit deiner Wut (Verletzung) anders umzugehen und es ist nur verständlich, dass die Quelle des Übels im Außen zu suchen ist. Wenn wir aber begreifen, dass die Wut aus einer inneren Verzweiflung heraus entsteht, nämlich dadurch, dass wir uns überfordert fühlen, dann können wir besser verstehen. In der Liebe können wir nicht anders als diese Wut und das Wesen hinter der Wut zu umarmen. Indem wir sie umarmen, schließen wir damit Frieden, schaffen Akzeptanz und können einfach mit ihr sein. Wir können uns selbst und andere für das lieben, der wir sind. Und das Allerwichtigste: Wir bleiben bei uns.

Trennung entsteht, wenn wir nicht bei uns bleiben und uns in dem Anderen verlieren.



Passend dazu habe ich vor ein paar Jahren "Impulsen folgen" geschrieben. Da geht es nämlich genau darum. Bei sich zu bleiben und seiner inneren Stimme zu folgen.

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2020-12-14

Was passiert gerade in dir?

 Und was passiert in mir? Was passiert in der Welt? Alles steht Kopf, alles dreht sich, alte Strukturen brechen, einst klare Linien verschwimmen und einst geschmiedete Pläne werden über Bord geworfen.

Alles steht irgendwie still und gleichzeitig ist alles im Umbruch. Das Leben, so wie wir es kennen, wird aus der Verankerung gehebelt. Das erschüttert viele, bereitet den Menschen Angst und lässt manche erstarren.

Wie fühlt es sich für mich gerade an? Was passiert in mir? Das kommt ein wenig darauf an, wie ich meinen Fokus setze. Neulich erst musste ich den etwas korrigieren, weil ich merkte, dass es mir zunehmend schlechter ging. Woran lag das?

Das Außen und das Innen.

Das Außen. Was passiert da draußen (in der Welt)? Immer wieder die gleichen Themen. Negative Schlagzeilen. Ziffern. Im Radio, im Fernsehen, auf dem Smartphone. Ey, geht's noch? Mir qualmt der Kopf. Ich merke wie es meinen Alltag bestimmt und an die Substanz geht. Das ist doch krank! Nein, das macht krank! Dabei spielt es fast keine Rolle welchen Platz ich in der Gesellschaft einnehme. Ob ich ein Befürworter der Strategie bin, ein Mitdenker, ein Leugner, ein Querdenker, Impfkritiker oder ein Umweltaktivist bin. Jeder ist irgendwie betroffen. Jeder macht sich seine Gedanken. Jeder hat bestimmte Gefühle zu gewissen Themen. Und egal wie unterschiedlich wir denken und fühlen, so sitzen wir doch alle in einem Boot. Und im Moment schaukelt dies wie eine Nussschale in rauen Gewässern auf und ab. Das ist das Außen. Das macht Angst oder zumindest verunsichert es viele Menschen. (Wenn ich daran zurück denke, wie ruhig die See war, als ich das letzte Mal die Ostsee überquerte. Wie die Ruhe vor dem Sturm.)

Irgendwann habe ich gemerkt. Das wird mir zu viel. Jetzt ist Schluss! Und wenn jetzt zum 100.000 sten Mal die Aktualisierung der aktuellen Zahlen zur Pandemie oder zum Klimawandel kommen. Kann ich daran etwas ändern? Nein. Zumindest nicht so. Nicht, indem ich mich wie andere lähmen lasse von den ständigen Updates der Zahlen oder verunsichern lasse von Infos, die morgen schon nicht mehr stimmen. Stopp!!! Ich ziehe die Handbremse. Plötzlich wird es ganz still und ich schlage einen Richtungswechsel ein. Weg vom Außen, zurück ins Innere. Wie sieht es denn in mir aus? Wie geht es mir denn gerade? Was kann ich tun, damit es mir gut geht, unabhängig von all dem Chaos, das um mich herum herrscht? Den Fokus ändern. Wieder Positives in meine kleine Welt lassen. Die Welt, die ich beeinflussen kann. Dem Gehirn eine Pause gönnen von all dem Trubel, der da draußen herrscht. Wie mache ich das?

Ich mache Spaziergänge in der Natur.

Ich höre Musik, die mir gefällt oder mache selbst Musik mit meiner Tankdrum, Ukulele oder mit Gesang.

Ich umgebe mich mit Menschen, die mir gut tun.

Das sind nur ein paar einfache Beispiele dafür wie ich meinen Fokus wieder ändere. Vom Außen zurück ins Innere. Von groß und unberechenbar zu klein und übersichtlich. Raus aus der Stadt, rein in die Natur.  So behalte ich den Überblick. Das tut mir gut. Das hilft mir. Was hilft dir?

Was kannst du tun, damit es dir gut geht? Was passiert gerade in dir?


2019-06-26

Wohin geht die Reise?

In letzter Zeit frage ich mich ziemlich oft, wohin die Reise wohl geht...


...für uns als Familie... und für mich persönlich... 


Es gibt so viele Baustellen um mich herum und auch in mir drin. Das scheint kein Ende zu nehmen. Da wird von Energiewellen gesprochen, die immer wieder auf unsere Erde treffen. Ich habe das Gefühl ich reite auf einer, die nie enden möchte. Immer auf und ab. Nie wissend, was einem am nächsten Tag erwartet. Ich sehne mich nach ruhigem Gewässer und Sonnenschein. So wie auf dieser Fahrt über die schöne Ostsee.



2019-02-15

Ich bin froh hochsensibel zu sein

Anfangs hieß die Überschrift zu diesem Beitrag "Wenn ich nicht hochsensibel wär". Dieser lag schon länger in meinen Entwürfen. Ich hatte ihn aber noch nicht mit Inhalt gefüllt. Darüber schreiben wollte ich aber schon länger. Dann las ich den Artikel von Jasmin von HealthyHabits "Pille gegen Hochsensibilität", in dem sie davon schreibt, ob sie, wenn es ein Medikament gegen Hochsensibilität gäbe, es auch nehmen würde. Und das brachte mich wieder zu meinen Gedanken: Wer wäre ich, wenn ich nicht hochsensibel wär? Am Ende des Beitrags entschied ich mich aber die Überschrift in "Ich bin froh hochsensibel zu sein" umzubenennen, denn letztendlich kommt es nicht darauf an, wer ich nicht bin, sondern nur wer ich bin.

Noch bevor ich wusste, dass ich hochsensibel bin, also, bevor ich wusste, dass meine Wesensart so genannt wird, wünschte ich mir, dass ich mich nicht so verkehrt in dieser Welt fühlte und einfach mehr Selbstbewusstsein hätte, um u.a. auch im Berufsleben klar zu kommen. Merkwürdigerweise war diese innere Unsicherheit nicht für andere ersichtlich. Sie hegten keinen Zweifel daran, dass ich mit genügend Selbstbewusstsein ausgestattet war, um mich zu behaupten, hatte ich doch keine Probleme im sozialen Kontakt mit anderen Menschen. Ich war und bin zwar nicht gerne im Mittelpunkt aber ich habe auch keine Behinderungen oder Auffälligkeiten, die mich als Sonderling hinstellen würden. Viele Jahre hat es mich gequält nicht zu wissen, was mit mir los war, denn es nur auf mangelndes Selbstbewusstsein zu reduzieren, traf nicht den Kern. Zwar war und ist das auch heute noch ein Thema bei mir aber ich weiß, dass die Thematik weit komplexer ist, seitdem ich mich mit Hochsensibilität, Introvertiertheit und verletztem inneren Kind beschäftige.

Doch alles sollte zu seiner Zeit kommen. Ich wäre damals für das Thema Hochsensibilität nicht bereit gewesen. Hielt ich mich doch immer für ziemlich taff. Moment. Das bin ich auch! 😉 Aber früher war ich auch rücksichtslos und teilweise ziemlich überheblich. Natürlich auch um meine innere Unsicherheit zu überspielen. Heute weiß ich, wäre ich nicht hochsensibel, wäre mein Leben wohl anders verlaufen. Meine Hochsensibilität hat mir die einmalige Chance gegeben mich auf eine Art und Weise mit mir selbst und mit meinem Umfeld zu beschäftigen, die mir die Augen öffnete auf dem Weg zu einem liebevollerem Umgang mit mir selbst und den Menschen um mich herum.

Man hört ja immer, dass HSPs so empfindsam, sensibel und einfühlsam sind. Das können sie durchaus sein. Aber sie können auch sehr rücksichtslos und ablehnend sein, wenn sie sich unverstanden fühlen oder überreizt und dadurch unausgeglichen sind. Ich war sehr viel überreizt. Und nun könnte man sicherlich damit argumentieren, dass ich als nicht Hochsensibler weniger überreizt gewesen wäre und somit auch ausgeglichener im Alltag, was dazu geführt hätte, dass ich auch rücksichtsvoller hätte mit meinen Mitmenschen umgehen können. Aber, wäre ich nicht hochsensibel, hätte ich nie diese Fähigkeit besessen, mich selbst so zu hinterfragen, mein Denken/Handeln und das anderer zu analysieren und zu reflektieren. Durch diese Eigenschaft habe ich sehr viel über mich und andere Menschen gelernt. Ich habe gelernt, mit mir selbst und anderen Menschen anders umzugehen, mich in Rücksicht und Achtsamkeit zu üben, Inne zuhalten.

Auch wenn ich viele Jahre unter meiner Hochsensibilität gelitten habe, so bin ich heute froh, dass ich hochsensibel bin auch wenn es Momente gibt, in denen sie zugegebenermaßen ziemlich auf den Wecker gehen kann. Reizüberflutung ist bei mir täglich ein Thema und ich werde jeden Tag ermahnt, achtsam mit mir und meinen Ressourcen umzugehen. Hochsensibilität bedeutet für mich aber auch ein enormes Entwicklungspotential und ich lerne zunehmend meine Stärken gezielt einzusetzen, was bereits zu manch schönen Erlebnissen geführt hat und mich den Menschen und mir selbst näher gebracht hat.

Eine Pille gegen Hochsensibilität? Nein danke, nicht für mich! Ich verstehe aber Jasmins Gedankengang und ich unterstütze die Überlegung, dass eine Pille für den Notfall beruhigend wirken kann, aber ich finde den Gedanken trotzdem erschreckend, weil es mich so sehr an das Ausschalten von Symptomen erinnert, was wir täglich bei zahlreichen Krankheitsbildern tun. Kopfschmerzen? Hier, nimm' eine Pille, die beseitigt das Symptom. Aber eben nicht die Ursache. Ich bin ein Freund von Ursachenforschung. Warum habe ich Kopfschmerzen? Was kann ich tun, damit diese nicht mehr so häufig auftreten oder nur noch in abgeschwächter Form? Also: Was kann ich tun, damit Hochsensibilität für mich nicht mehr als Belastung empfunden wird? Was möchte mir diese Eigenschaft sagen? Warum bin ich mit ihr beschenkt worden?

... Den Feind zum Freund machen...

2018-11-19

Touching Sounds

Seitdem ich die Tank Drum für mich entdeckt habe, wurde mein musikalischer Horizont erweitert. Ich bin so begeistert von dem Klang, dass ich jeden Tag spielen möchte. Ähnlich wie auch beim Trommeln können die rythmischen Klänge eine meditativen Zustand auslösen, indem man immer wieder dieselbe Tonfolge bzw. den gleichen Rythmus spielt. Das kann sehr entspannend und beruhigend sein.

Es gibt da ein paar fantastische Hang Drum Spieler, denen ich stundenlang zuhören könnte, so z.B. Hang Massive. Die Musik geht direkt ins Herz. Hört (und seht!) selbst... Balsam für die Seele...

2018-10-19

Ich gönn' mir Freiheit - selbstbestimmt leben

Den Denkanstoß zum Artikel erhielt ich dank einer Mail von Patrick von Healthy Habits, in dem er über seine neue Buchveröffentlichung Ich gönn' mir Freiheit sprach. Der Titel sprach mich sofort an.

Ich gönn' mir Freiheit und Freizeit! Das mache ich schon lange... mein Mann und ich haben da die gleiche Einstellung. Uns war es schon immer wichtiger mehr Freiheit und Freizeit zu haben, als ein dickes Portemonnaie. Und doch haben wir immer genug zum Leben. Nicht viel und für viele rätselhaft, wie wir damit auskommen, aber es geht,  indem wir uns einschränken. Nicht ständig dem Konsumrausch verfallen. Es muss für uns nicht immer das Neueste, Größte, Feinste sein... zweckmäßig sollte es sein. Gekauft wird nur das, was wir als absolut notwendig ansehen. Minimalismus lautet das Stichwort. Wir leben seit Jahren von ca. 1000 Euro im Monat. Als dreiköpfige Familie mit Hund. Möglich ist uns das, weil wir geringe Wohnkosten haben dank Lage auf dem Land, sehr viel herunter gesetzte Ware kaufen und viel selbst erwirtschaften durch Gemüseanbau und Sammeln aus der Natur (da gibt es so viel (!) und wir nehmen uns die Zeit dafür, weil wir uns aus freien Stücken gegen eine 40 Std/Woche entschieden haben). Dazu kommt, dass wir viel selber machen (z.B. Renovierungs- und Reparaturarbeiten dank des handwerklichen Geschicks meines Mannes). Wir entscheiden uns bewusst gegen Anschaffungen, die uns zu hohe Kosten im Nachhinein bescheren könnten oder mit zu viel Schnick-Schnack behaftet sind und somit ein hohes Maß an Fehlerquellen (ergo Kosten) bedeuten können. Als Team haben wir mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten tolle Möglichkeiten uns zu ergänzen. Wir haben die Entscheidungsfreiheit uns Freiheiten im Leben zu schaffen, in dem wir uns für unseren Weg entscheiden und uns nicht an dem orientieren, was die anderen machen.

Viele erstaunte Gesichter sind uns im Laufe der Jahre begegnet. Wie wir uns denn den Luxus der Freiheit bzw. Freizeit leisten könnten. Es war offensichtlich, dass wir weniger arbeiteten, als andere. Wir konnten sogar noch reisen trotz sehr niedrigen Einkommens. Unsere Anschaffungen und Pläne sind immer sehr gut durchstrukturiert (dank meiner Eigenschaft als HSP). Es kommt eigentlich nie vor, dass Sachen unnötig angeschafft werden oder wir uns verkalkulieren. Ich werde manchmal fälschlicherweise, wie ich finde, als geizig hingestellt. Ich bin sparsam ja. Das gebe ich zu. Aber zwischen geizig und sparsam ist ein Unterschied.
Ich lebe nach dem Motto: weniger ist mehr. Ich kaufe mir z.B. in der Regel lieber von etwas weniger und dafür qualitativ hochwertiger, als günstig auf Masse. Mir geht es um den Genuss bei Lebensmitteln oder um die Freude im Umgang mit einem Gerät. Ich möchte mich nicht im Nachhinein darüber ärgern, dass etwas nicht funktioniert oder schmeckt, weil es ein Schnäppchen war. Also, noch einmal im Klartext. Ich gebe vielleicht mehr für ein Produkt aus, aber ich kaufe weniger.

Und genau das gilt auch in Punkto Geld. Wenn ich weniger Geld pro Monat verdiene, weil ich weniger Stunden arbeite, ist das für mich mehr, weil das bedeutet, dass ich mehr Freizeit habe und dadurch mehr Freiheit habe zu wählen, wie ich meine restliche Zeit fern ab der Arbeit verbringen möchte. Klingt logisch oder? Strategien dazu gibt es mehrere. Es gibt auch diejenigen, die auf ein Ziel in der Zukunft hin arbeiten, um sich dann Freiheit leisten zu können und sich das Plus, das sie erwirtschaften für später zurücklegen. Das haben wir auch schon gemacht, als wir auf unsere Europareise hinarbeiteten, um uns diese Auszeit gönnen zu können. Genau darüber hat Patrick Hundt von Healthy Habits ein Buch geschrieben "Ich gönn' mir Freiheit - Wie genügsamer Konsum zu weniger Arbeit und mehr Freiheit führt". Es geht um finanzielle Freiheit. Ich habe Patricks Buch noch nicht gelesen aber ich konnte mich gleich in der Beschreibung wiederfinden. Toll, dass es andere Menschen gibt, die auch entdeckt haben, dass es einen Weg aus der Konsumspirale gibt und dass sich dahinter ein spannendes Abenteuer namens Leben verbirgt, das voll ausgekostet werden möchte. Hin zu einem selbstbestimmten und zufriedenen Leben.

2018-09-10

Schenke deinem inneren Kind Aufmerksamkeit

Wie fühlt es sich? Ist es glücklich? Oder traurig? Hat es sich versteckt? Eins ist sicher. Es lebt weiter in dir. Auch als Erwachsener. Du trägst es nach außen, natürlich unbewusst. Es lebt noch. Wenn auch gut versteckt. Versteckt in einer Ecke deines Herzens. Erst, wenn du dich darum kümmerst, kannst du als Erwachsener mit einem ganz neuen Selbstbewusstsein und Selbstwert deinen Alltag meistern.

Manchmal sehe ich das Kind. Es ist traurig. Es fragt warum. Warum ist da niemand, der sich um mich kümmert? Ich fühle mich so schrecklich allein. Wo ist meine Mama? Warum sieht sie mich nicht? Warum liebt sie mich nicht? Ich brauche sie doch so sehr! Das Kind empfindet tiefen Schmerz über den Verlust der Mutter. Es sieht andere Mütter. Manchmal wünscht es sich die liebevollen Worte und zärtlichen Umarmungen einer Mutter, die ihr Kind liebt. Es hat Angst in der großen weiten Welt. Es kann nicht richtig durchatmen. Es atmet kurz und flach. Die Lungen sind nur zu einem kleinen Teil mit lebenspendenden Sauerstoff gefüllt. Es hat manchmal das Gefühl keine Luft zu bekommen. Alles ist wie zugeschnürt. An manchen Tagen ist die Trauer und Einsamkeit fast unerträglich. Ich sehe das Kind in einer Ecke zusammengekauert sitzen und empfinde tiefes Mitgefühl. Ich gehe ein paar Schritte auf das Kind zu und erkenne ein Mädchen. Es schaut zu Boden, im Arm hat sie eine kleine Puppe. Sie spendet dem Mädchen etwas Trost in Zeiten, in denen sie sich besonders einsam fühlt. Ich spreche es leise an. "Hallo, Kleines. Darf ich mich kurz zu dir setzen?" Das Mädchen ist etwas erstaunt und unsicher, freut sich aber über die Aufmerksamkeit. Ich spreche mit weicher Stimme weiter. "Du hast aber eine schöne Puppe. Sie hat fast so schöne Locken wie du. Magst du mich ein Stück begleiten? Ich möchte dir etwas zeigen." Das Mädchen guckt mich nun das erste Mal an und nickt noch etwas zögerlich. Gleichzeitig sehe ich die Neugierde in ihren Augen. Ich nehme ihre kleine Hand und gehe von der dunklen Ecke im Zimmer zur Tür und öffne diese. Ein heller Lichtstrahl trifft auf uns und wärmt unsere Gesichter. Vor uns offenbart sich eine wunderschöne Landschaft mit grünen Wiesen, Blumen, Bäumen und klaren Gewässern. "Das ist wunderschön", flüstert das Mädchen, sodass ich es kaum höre. Ihre Augen glänzen. Plötzlich überkommt mich dieses starke Gefühl sie in den Arm nehmen zu wollen. Ich gehe in die Knie, schaue sie an und streiche mit meiner Hand über ihre zarten, rosigen Wangen. Tränen laufen hinunter. Wir umarmen uns. Ich küsse ihr lockiges Haar. Ich bin für sie da. Nach einer Weile merke ich, wie sich mein Atem verändert. Ich kann auf einmal wieder tief durchatmen. Ich spüre, wie meine Muskeln und Faszien sich entspannen und die Lebensenergie in mich zurückkehrt und mein Körper mit Liebe und Licht durchflutet wird. Es ist diese tiefe Verbundenheit nach der ich mich so gesehnt habe. Die unverwechselbare Liebe zwischen Mutter und Kind.

Lese hierzu auch einen meiner früheren Artikel Das verletzte innere Kind.