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2016-04-04

Entscheidungen treffen

Ich neige dazu mir zu viele Gedanken zu machen. Nicht so ungewöhnlich als HSP. Die Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen ist bekannt. Es ist nicht immer so. Oft bin ich ganz klar. Weiß genau, was mich anzieht und was nicht. Diese Entscheidungen sind die besten. Wenn das Gehirn gar nicht erst anfängt zu rattern. Wenn ich erst einmal in der Denkspirale gelandet bin, ist es nicht mehr möglich eine Gefühlsentscheidung zu treffen. Oder doch? Ich wäge das Für und Wider ab. Doch das bringt meist wenig. Hinterher bin ich genauso schlau wie vorher. Ich finde immer Positives und Negatives an einer Entscheidung bzw. an einem Ereignis an dem ich mir nicht sicher bin, ob ich teilnehmen möchte oder nicht. Aber wie kommt es dazu? Ich versuche mich zu erinnern, wie alles anfing.
Zuerst war da das Interesse. Zum Beispiel an einem Kurs oder Workshop. Dann fange ich an zu überlegen, wie ich das ganze organisiere und ich glaub genau da fängt es an ins Wanken zu geraten, weil ich dann darüber nachdenke, was alles beachtet werden muss und irgendwann wird es so viel, dass es mir zu kompliziert wird, ich mich überfordert fühle und ich verunsichert bin, ob das alles überhaupt machbar sein wird und ich mich nicht total überfordert fühlen werde. Uff!
Ich kreiere also das Problem selbst? Gibt es überhaupt ein Problem oder mache ich es nur zu einem? Natürlich kann viel passieren, immer. Natürlich ist es sinnvoll, dass ich als HSP gewisse Dinge beachte, damit es für mich zu einem schönen Erlebnis wird und ich nicht total überreizt da stehe. Ich erinnere mich an meine Kindheit. An die Jugendfahrten. Das war immer sehr unangenehm für mich, obgleich ich ja eigentlich gerne Abwechslung habe, unterwegs bin und Menschen um mich herum habe. Trotzdem wird mir dann manchmal einfach alles zu viel, weil ich zu wenig Auszeiten habe. Heute weiß ich, warum dies so ist. Ich bin hochsensibel und als HSP brauche ich mehr Ruhephasen, Rückzugsmöglichkeiten. Ich muss nicht mehr daran verzweifeln, weil ich nicht begreife, was mit mir los ist und warum es mir nicht möglich ist wie andere eine schöne Zeit zu haben.
Nun sitze ich also in der Zwickmühle. Einerseits möchte ich an bestimmten Aktivitäten teilnehmen, die nur in einer Gruppe stattfinden können und andererseits mein starkes Bedürfnis nach Ruhephasen - Selbstbestimmung. Wie lässt sich das vereinbaren? Ich weiß, wenn ich nicht auf meine Bedürfnisse acht gebe, kann ich den Ausflug gleich vergessen. Dann brauche ich mich gar nicht erst auf dem Weg zu machen, weil es für mich primär ein stressiges Unterfangen wäre. Können meine Voraussetzungen für einen gelungenen Ausflug erfüllt werden? Ich rede nicht von ein paar Stunden in einer gewohnten Umgebung. Damit kann ich mich mittlerweile arrangieren. Genauer, es geht um einen Workshop über mehrere Tage in einer weit entfernten Stadt. Unbekannter Ort, unbekannte Gesichter. Ich weiß nicht, was mich erwartet oder zumindest nur wage anhand von Beschreibungen. Ich weiß aber nicht wer mir dort begegnet als Teilnehmer und wie die Gruppe harmoniert.
Natürlich muss nichts. Ich kann auch zu Hause bleiben. Problem verschwunden. Aber vielleicht kann ich es doch irgendwie vereinbaren? Wie gehe ich vor, dass mein Vorhaben nicht zum scheitern verurteilt ist? Ich informiere mich. Ja, das tue ich. Trotz guter Überlegung kann ich nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Aber, was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Dass ich abbrechen müsste. Und dann? Dann fahre ich enttäuscht zurück? Nein danke. Also lasse ich es lieber gleich? Hmm. Wie ich es drehe und wende, ich komme zu keinem befriedigenden Ergebnis.
Wieder suche ich Hilfe von innen. Was sagt meine innere Stimme? Meine Intuition? Ich kann sie nicht mehr hören, weil die ständigen Gedanken alles übertönen. Also nochmal anders. Ok, irgend etwas bewegte mich dazu Interesse für etwas zu entwickeln. Alles war gut, bis negative Gedanken aufkamen. Was, wenn ich diese negativen, mit Bedenken getränkte Gedanken weg schiebe und an ihrer Stelle Platz für positive Gedanken schaffe? Ein guter Ansatz? Betrüge ich mich damit nicht selbst? Ey, wer's glaubt! Doch, mach das mal. Ok, einen Versuch ist es wert. Schließlich kann man in allem etwas Positives oder Negatives sehen. Auf die Betrachtungsweise kommt es an. Solange ich bei mir bleibe, meinen Bedürfnissen treu bleibe, kann mir eigentlich nix passieren, oder?

Wie macht ihr das, wenn ihr etwas unternehmen wollt aber unsicher seid wie euch das am besten gelingt? Habt ihr Tipps, wie ich leichter zu einer Entscheidung komme?

Kommentare:

  1. Liebe Anne,

    ich kenne das sich nicht entscheiden können auch sehr gut...

    Ich habe zwei Tipps für Dich: wenn ich Entscheidungen nicht treffen kann, lasse ich mein höheres Selbst entscheiden. Das geht so. Stell Dich aufrecht hin und sage dazu "Ich heiße Anne." Beobachte, wie und in welche Richtung sich dein Körper bewegt. Das ist deine "Ja"-Reaktion.
    Zur Probe sagst du noch "Ich heiße Monika" und guckst wieder, wohin sich dein Körper bewegt. Das ist deine "Nein"-Reaktion. Wenn Du weißst, wie du reagierst, kannst Du deinem Körper Ja/Nein-Fragen stellen, also "Soll ich auf diesen Workshop fahren?"

    Mein zweiter Tipp ist die EFT-Klopftechnik. Damit kannst Du ganz schnell akuten Stress abbauen, z. B. wenn Du mit den Fingern der einen Hand an der Handkante der anderen Hand klopfst oder am Schlüsselbein.

    Ach mir fällt noch ein dritter Tipp ein: Ich habe supergute Erfahrungen damit gemacht, mich als hochsensibel zu outen vorher. Ich sage dann, ich bin besonders reizempfindlich und brauche viele Auszeiten. Also kann ich vielleicht mittags nicht mit euch essen gehen, weil ich Zeit für mich alleine brauche ... Dann wissen die anderen Bescheid, du fühlst dich besser und wenn es andere Hochsensible gibt, kommen sie vielleicht auf dich zu ...

    Ich bin gespannt, ob dir meine Tipps vielleicht helfen und auch, wie du dich entschieden hast ...

    Liebe Grüße, Monika

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    1. Liebe Monika,
      das sind interessante Vorschläge die du machst. Ich habe mich jetzt zwar noch nicht als Hochsensibler geoutet, weil ich immer davon ausgehe, dass die wenigsten darüber bescheid wissen in meinem Umfeld und ich evtl. unangenehmen Fragen oder Blicken aus dem Weg gehen möchte, aber ich habe durchaus erwähnt, dass ich etwas nicht mitmachen kann, weil ich Zeit für mich brauche. Das genügt meist schon. Für mich ist das schon ein großer Schritt "nein" sagen zu können.
      Wegen dem Workshop. Genauer es sind zwei, an denen ich überlegt hatte teilzunehmen. Bei dem einen habe ich mich jetzt definitiv dagegen entschieden und bei dem anderen habe ich noch einmal genauer nachgehakt und auch erwähnt, was für mich nicht möglich ist. Die Reaktion darauf war durchaus verständnisvoll und da noch ein paar andere "Zeichen" gut stehen, werde ich mich wohl dafür entscheiden. Mit dem wohin sich mein Körper bewegt bin ich nicht ganz klar. Hab's ausprobiert, wie du beschrieben hast aber so ganz deutlich war das für mich nicht. Vielleicht probier ich es noch einmal aus, unter anderen Bedingungen dann.
      Vielen dank auf jeden Fall für deine Tipps und fürs Mitlesen! :-)

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  2. Hallo Anne,
    das Problem was du beschreibst kenne ich nur zu gut!!!
    Also wenn ich mir nicht sicher bin und auch in sonnem Gedankenchaos stecke wie du beschrieben hast, dann ist es auf jedenfall besser zunächst einmal abzuwarten, bevor eine falsche Entscheidung getroffen wird.. Das ist zumindest meine Meinung, denn falsche Entscheidungen habe ich in der Vergangeheit zu genüge getroffen und das ist dann oft nicht mehr Rückgängig zu machen.. Wenn dein Herz nicht absolut "JA!" zu einer Sache sagen kann und zuviele Zweifel da sind, versuche auf Jedenfall nix zu erzwingen. Es gibt auch so Tage, da klappt und passt einfach alles und dann gibt es Tage, da funktioniert wirklich rein GARNIX - auch in dem Fall hilft erstmal abwarten, zumindest bis der Tag vorbei ist... ;)
    Auch kann äußeres Chaos zu innerem Chaos führen und Verunsicherheit erzeugen.. Wenn man keinen klaren Gedanken fassen kann, sollte man versuchen in eine ruhige Umgebung zu kommen und einfach mal abschalten und sich auf die reine Wahrnehmung konzentrieren - keinen Gedanken mehr an irgendwelche Gedanken verschwenden und wenn das klappt, kann es passieren, dass das Herz auf einmal von selbst an zu sprechen beginnt, obwohl man es nicht direkt gefragt hat...
    Weiß nicht, vielleicht hilft dir das ja weiter...

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    1. Hallo,
      ja du hast recht. Im Gedankenchaos Entscheidungen zu treffen ist keine gute Idee und da warte ich auch lieber ab, bis sich das etwas gelegt hat. In den seltensten Fällen ist es nötig sofort eine Entscheidung treffen zu müssen. Aber zu lange abwarten hab ich auch negative Erfahrungen mit gemacht, weil ich es dann nur vor mich her schiebe und entweder dann einfach abwarte, bis es zu spät ist und die Sache sich von alleine entschieden hat oder ich vor Ratlosigkeit einfach irgendeine Entscheidung treffe mit der ich dann aber auch nicht glücklich bin, weil es keine Herzensentscheidung war.
      Den letzten Tipp find ich klasse. Einfach (Gehirn) abschalten und nur noch wahrnehmen. Das probiere ich auf jeden Fall nochmal aus. Danke!

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